Meinungsbilder und Thesen

 
 
 
 
 
 

Digitalisierung: heilberufsersetzend oder heilberufsunterstützend?



»Heilberufsersetzend – weil der Arzt in Relation zu seiner Leistung viel zu teuer ist.«
Prof. Dr. Axel Ekkernkamp

Einige Gesprächspartner gehen davon aus, dass die Digitalisierung den Heilberufler ersetzen wird, vornehmlich weil dessen Leistung zunehmend umstritten ist. Die Digitalisierung führe auch dazu, dass sich die Stellung des Patienten verbessert: Dieser setzt sich aktiv mit seiner Gesundheit auseinander, kommt mit Vorkenntnissen, stellt Fragen und wird mehr und mehr zum „Behandlungspartner“. Das tradierte Bild vom „Halbgott in Weiß“ sei damit längst überholt.

Auf der anderen Seite trafen wir auf Experten, die die Auffassung vertreten, dass Digitalisierung nie über eine reine Unterstützungsfunktion hinausgehen kann. Dabei spiele die emotionale, intuitive Fähigkeit des Heilberuflers, den Patienten in seiner Ganzheitlichkeit zu betrachten und ein persönliches Vertrauensverhältnis aufzubauen, eine entscheidende Rolle. Hieraus lassen sich laut Experten erhebliche Informationswerte ableiten, die digitalen Anwendungen (noch) nicht zugänglich sind.

Einig sind sich die Interviewpartner, dass bestimmte Bereiche der Medizin durchaus arztersetzendes Potenzial haben. So ermögliche eine computer­gestützte Diagnostik mit hoher Wahr­schein­lich­keit eine akkuratere, schnellere und intensivere Auswertung. In diesem Sinne kann Digitalisierung entbüro­krati­sieren, erleichtern, beschleu­nigen und dem Heilberufler die Mög­lich­keit geben, sich auf die Kern­kompe­tenzen seines Berufes zu kon­zentrieren.







»Heilberufsunterstützend – und das funktioniert nur, wenn die ärztlichen Grundtugenden erhalten bleiben.«
Prof. Dr. Matthias P. Schönermark