Health Startups im Porträt

Neue Player im Markt.

ichó - Health Startup im Interview


Düsseldorf - 1. September 2019

apoHealth hat das Startup ichó zu seinem Produkt für Menschen mit Demenz befragt. Die spannenden Antworten der Jungunternehmer gibt es hier.

Was steckt hinter dem Namen "ichó"?

ichó ist griechisch und bedeutet Echo. Auf einen Impuls gibt es eine Reaktion. Die Kraft der Kommunikation wird zurückgegeben. Entlehnt aus der griechischen Mythologie, war ichó quasi die erste Person mit kognitiven Einschränkungen. Als Muse von Zeus, wurde sie von Hera verflucht und konnte nur noch die Worte wiedergeben, die zuletzt an sie gerichtet wurden. Wir fanden den Gedanken schön, ichó die Kraft der Kommunikation zurückzugeben.
startup interview dame mit icho ball

Wie funktioniert euer Produkt und was macht euch besonders?

ichó leuchtet, vibriert, spielt Musik und Klänge ab. Der Ball erlaubt viele unterschiedliche Übungen. Der Individualität und Möglichkeiten sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Je nach Anwendung sind neben vielen Gedächtnistrainings über beispielsweise das Erraten von Tierstimmen oder auch Übungen zur Beruhigung mit der eigenen Lieblingsmusik möglich.

Märchen, Bewegungsübungen oder Hörspiele sind Anwendungen, die gemeinsam mit Therapeuten, Ärzten und Wissenschaftlern für ein umfangreiches und individuelles Angebot erarbeitet wurden. Mit Hilfe der aufgezeichneten Daten lassen sich Einblicke über den Trainingsverlauf der Nutzer gewinnen. Zukünftig ist so auch möglich, Krankheitsverkläufe und Veränderungen wie beispielsweise ein Tremor bei Parkinson genau zu dokumentieren und zur Unterstützung der Diagnostik heranzuziehen. Dies ist gerade im Bereich Demenz spannend, da häufig die Betroffenen keine oder nur schlecht Auskunft über Ihren Zustand geben können.

Wie würdet ihr eure Idee in einem Satz beschreiben?

ichó baut Kommunikation auf und führt Menschen zusammen.

Wer sind eure Kunden?

Unsere Zielgruppe reicht von Jung bis Alt. Unser Produkt richtet sich an alle Menschen, deren kognitive und motorische Fähigkeiten stabilisiert und auch verbessert werden sollen.

Mit welchen Akteuren im Gesundheitsmarkt arbeitet ihr zusammen?

Bisher arbeiten wir mit vielen kleinen aber auch großen Pflegeeinrichtungen aus dem privaten Bereich und auch mit den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege zusammen, da ist Korian genauso dabei wie Einrichtungen des Paritätischen, der AWO, Diakonie oder Caritas. Vor allem der Paritätische NRW ist ein sehr früher und starker Partner für uns.

Wir freuen uns aber auch sehr, mit den ersten integrativen Kindergärten und Universitätskliniken zu arbeiten. Hier stehen Projekte im Bereich Delir-Patienten, Autismus, NCL und Apoplex im Fokus.

Welche Partner braucht ihr, um weiter voranzukommen?

Die positive Resonanz aus den teilstationären und stationären Pflegeeinrichtungen ist großartig und wir sind hier auf einem sehr guten Weg. Wir glauben fest daran, dass ichó gerade für pflegende Angehörige einen großen Mehrwert in der häuslichen Pflege und Betreuung leisten kann. Um hier eine bessere Versorung bieten zu können, wäre die Zusammenarbeit mit Krankenkassen wünschenswert.

Seit wann gibt es euch und in welcher Phase seid ihr aktuell?

Die offizielle Gründung der ichò systems gmbh war im Februar 2018. Unser Team und die Arbeit an ichó begann aber schon früher, etwa 2013 als die Erkrankungen unserer Großeltern so prägnant wurden, dass wir in der Hochschule zu forschen und entwickeln begannen.

Heute stehen wir kurz vor der Markteinführung von ichó.care, dem Ball für den professionellen Anwender wie Therapeuten, Pflegefachkräften, soziale Betreuer und Einrichtungen.

Welche Schritte möchtet ihr als nächstes gehen?

Die Markteinführung wird eine große Herausforderung, für die wir uns gewappnet haben. Die Entwicklung von ichó ist damit aber nicht abgeschlossen, sondern geht eigentlich gerade erst los. Anwendungen und Verbesserungen speziell für weitere Krankheitsbilder und andere Zielgruppen sind nur ein Aspekt, an dem wir kontinuierlich arbeiten.

Ein großes Ziel ist ichó.home, der Ball für Pflegende Angehörige und Betroffene. Wir wissen noch gut, wie es sich als Angehöriger anfühlt und wie hilflos man streckenweise einigen Situationen gegenüberstand. Hier möchten wir mit gut geführten Anwendungen und ganzen Förderkonzepten Abhilfe schaffen und die Situation für alle verbessern. Und dann ist da noch der Bereich Telemedizin, es gibt also noch mehr als genug zu tun.

Was waren die größten Hürden in eurer bisherigen Erfolgsgeschichte?

Uns ist in der Vergangenheit sehr viel Gutes widerfahren, wofür wir sehr dankbar sind. Die klassische Hürde eines jeden Startups ist natürlich die nötige Finanzierung auf die Beine zu stellen, um seine Idee zu verwirklichen.

Als produzierendes Unternehmen, ist man direkt mit höheren Kosten für die Produktentwicklung und Herstellung konfrontiert, als wenn man ein rein digitales Produkt entwickeln würde. Gleichzeitig ist es toll etwas auf Messen präsentieren zu können, was man auch in die Hand nehmen kann. 

Wo seht ihr euch in 5 Jahren?

In 5 Jahren möchten wir mit ichó ganz unterschiedliche Lösungen für die Aktivierung und Förderung anbieten können. Nicht nur spezialisiert auf den Bereich Demenz, sondern für alle kognitiven und motorischen Erkrankungen.

Die Erkenntnisse die wir aus der Nutzung der Anwendungen ziehen können, sollen vor allem der Forschung helfen und eine bessere Diagnostik unterstützen. Hierbei steht die Steigerung der Lebensqualität der Betroffenen immer im Fokus.

Welche Tipps könnt ihr anderen Startups im Gesundheitsmarkt geben?

Das Wichtigste ist ein gutes Netzwerk. Besucht Veranstaltungen, nutzt jede Gelegenheit euer Unternehmen, eure Idee vorzustellen. Die passenden Menschen werden euch entdecken und auf euch zukommen. Nur über ein starkes Netzwerk lässt sich eine Idee erfolgreich umsetzen. Die Finanzierung kommt an einem Punkt dann irgendwann fast wie automatisch.

Bis dahin kann aber viel aus Eigeninitiative entwickelt und weitergedacht werden. Hier ist die enge, iterative Entwicklung gemeinsam mit dem Nutzer ganz entscheidend. Lösungen entstehen nicht im Labor, sondern im direkten Austausch und nutzerorientiert.
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